The Last Run

Der Film

Portugal 1971 — Harry Garmes hat bewegte Zeiten als Fluchtwagenfahrer in der Unterwelt Chicagos hinter sich. Jetzt lebt er seit Jahren alleine in einem kleinen Ort an der portugiesischen Südküste, wo er sich zur Ruhe gesetzt hat.
Sein kleiner Sohn ist tödlich verunglückt, seine Frau hat ihn verlassen - Garmes hat keinen Menschen mehr, an dem er hängt. Wenn er mit seinem turbogeladenen BMW 503 die Küstenstraße entlang rast, scheint es dem alternden Gangster egal zu sein, ob er sich dabei den Hals bricht.
Eines Tages entschließt sich Garmes, noch einmal einen Job zu übernehmen. Das Geld dafür lockt ihn nicht sonderlich, viel mehr will er sich beweisen, dass er noch nicht zum Alten Eisen gehört.

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Ich und der 503

Italien 1988 — Lange hatte es mich geärgert, dass sich bislang niemand so recht um den 503 kümmerte.
Im Herbst 1988, beim BMW 507 Treffen in der Toscana sollte sich dies endlich ändern: Bei einem Gespräch mit Graf Goertz - der Designer des legendären 507 und 503 - stellte sich heraus, dass auch er die etwas stiefmütterliche Behandlung des doch so schönen und aufwändig gearbeiteten 503 sehr bedauerte. Spontan schlug er vor, das 1. BMW 503 Treffen - sofern sich jemand für die Organisation fände - in Langenburg auszurichten. Im Schloss Langenburg fand zu dieser Zeit eine Ausstellung aller Graf Goertz-Kreationen (Modelle, Zeichnungen und andere Exponate) statt.
Das erste Treffen konnte so vom 1.-3. Semptember 1989 stattfinden, die Organisation übernahm ich.

Unter den 15 Teilnehmern war ein 503-Besitzer, der auf Grund des Filmes von 1971 - "Wen die Meute hetzt" - sich einen BMW 503 gekauft hatte. Er hatte auch ein entsprechendes Filmplakat dabei.
Seit damals ging mir dieses Fahrzeug, das am Ende des Films an einer Hauswand in Portugal zerschmettert wird, nicht mehr aus dem Kopf. Es gingen Gerüchte um, dass angeblich dieser verunfallte 503 anschließend im Meer versenkt worder wäre.
In meiner Eigenschaft als Registerführer suchte ich seitdem nach den Überresten dieses verschollenen Fahrzeugs.


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32 Jahre später

London, Mai 2003 — Zufällig stieß ich 2003 auf Grund einer Kleinanzeige in einem englischen Oldtimer-Magazin auf das Fahrzeug. Sofort flogen mein Sohn Maximilian und ich nach London und kauften das Wrack, welches von dem inzwischen verstorbenen Vorbesitzer im Rahmen einer beabsichtigten Restaurierung zerlegt und auf seinem Anwesen verstreut verstaut worden war (Scheune, Dachboden, Garten ...). Sein Sohn bot nun dieses Fahrzeug zum Verkauf an. Er berichtete, dass sein Vater den Wagen bei einem BMW-Händler als Gegenleistung für seine Mechanikerdienste eingetauscht hatte. Dort diente der Unfallwagen lange Jahre als Schlachtfahrzeug.
Die englische Film-Produktionsfirma hatte das Wrack an diesen BMW-Händler nach Abschluss der Dreharbeiten abgegeben. Bohrungen an den Seitenteilen zeugten noch von den Vorrichtungen zur Befestigung der Kameras, die die aufregenden Verfolgungsjagden aus "Reifenperspektive" filmten. Auch die vergrößerten Front-Gitter neben den Nieren, die in dieser Ausführung nur der Film-Wagen besaß, waren noch vorhanden. Ebenso der im obigen Filmausschnitt zu sehende Anschnallgurt. Als weiteres, interessantes Detail erwies sich das extra angefertigte Knüppelschaltungs-Gestänge. Dies war erforderlich, da die Serie I eigentlich über Lenkradschaltung verfügte. Der entsprechende Hebel am Lenkrad diente aber einerseits als dramaturgisches Filmelement zur Aktivierung des "Overdrives", zum anderen ermöglichte die Knüppelschaltung einen sportlicheren "Look". Auch zeigte sich, dass die ursprüngliche Farbe des Wagens einmal Rot gewesen war, und das Grau nur für den Film überlackiert worden war.


vergrößertes Frontgitter

spezielles Schaltgestänge

Anschnallgurt
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Der Wiederaufbau

Bayern und Europa, 2003-2008 — Nachdem der Wagen nach Deutschland gebracht worden war, ging die Suche nach Teilen los. In seinem traurigen Dasein als Schlachtfahrzeug waren viele kleine und große Teile über die Jahre verloren gegangen. Zum Glück hatte ich in meinem Register noch so einige Schlachtfeste registriert - und so führte mich die Suche nach Ersatzteilen in den nächsten fünf Jahren durch ganz Europa. Natürlich immer mit einem kleinen Kurzurlaub verbunden.
Nicht zuletzt Dank dem Verständnis meiner Frau gelang es mir schießlich alle Fehlteile zu besorgen.


Alle rot markierten Teile wurden
komplett erneuert

Echte Handarbeit:
Das neue Alu-Kleid für den 503

Hier misst der Chef noch selbst: Karosserie-
Spezialist Schaffler passt die Stoßfänger an

Gefüllert und grundiert:
Fertig für den neuen Lack

Teamarbeit der Firmen Brummer und Schaffler:
Anpassung der Zierteile

Ein glänzendes Ergebnis
der Lack-Profis der Firma Wegewitz
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Das Ergebnis

Wolfratshausen, Mai 2008 — Gerade noch rechtzeitig zum 19. BMW 503 Treffen bei Salzburg war er dann endlich fertig. Noch am Abend vorher gab der Sattler dem Innenraum den letzten Schliff.

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Die Taufe

Wolfratshausen, Sommer 2008 — Zur "Taufe" gab es ein sommerliches Gartenfest mit vielen Oldtimer-Freunden und Ihren Fahrzeugen. Vom 327er aus Vorkriegsjahren bis zum Barockengel und 507 waren alle gekommen.

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Franz Schöfmann — 69130

Mitwirkende Firmen

Obwohl ich schon einige 503 und noch mehr BMW Oldtimer in meiner Laufbahn als Oldtimerfreund restauriert hatte, war auch dieses mal wieder die Organisation eines solchen Projekts keine kleine Herausforderung.
Originalteile mussten beschafft und Nachfertigungen in Alu, Blech und Holz für die diversen, fehlenden Puzzlestückchen organisiert werden.
Die mit den einzelnen Restaurationschritten betrauten Fachbetriebe mussten koordiniert und zeitliche Abfolgen genau geplant werden.

Dies erfordert natürlich zum einen ein gewisses Organisationstalent, sowie Fachkenntnisse um sowohl die Beschaffung fehlender Teile, als auch die Koordination des Restaurationsprozesses in zeitlich und finanziell geregelten Bahnen verlaufen zu lassen und dabei dennoch die Originalität des Endergebnisses sicherzustellen.
Es braucht aber vor allem auch die Unterstützung qualifizierter Fachbetriebe, die diesen handwerklich anspruchsvollen Aufgaben gewachsen sind.
Den folgenden Betrieben sei daher an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich gedankt:

© 2003-2008 Franz Schöfmann