24. Internationales BMW 503-Treffen

30. Mai - 2. Juni 2013, Maria Laach - Bonn





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Maria Laach mit seiner eindrücklichen Benediktinerabtei schrieb dieses Jahr einmal mehr Geschichte. 80 Jahre nachdem sich der seines Amtes enthobene Kölner Oberbürgermeister Adenauer 1933 für ein Jahr im Kloster versteckte und dort als "Bruder Konrad" lebte, trafen sich 20 BMW 503 mit ihren Besatzungen zum 24. BMW 503 Treffen im Seehotel Maria Laach. Der Ort liegt in der Vulkaneifel, einer abwechslungsreichen und, wie sich zeigen sollte, bezüglich Navigation anspruchsvollen, hügeligen Gegend. Ein Wagen aus Frankreich, 4 Fahrzeuge aus der Schweiz und der Hauptharst aus Deutschland fanden ihren Weg trotz wenig Sonne versprechender Wetterprognose ins Seehotel. Einmal dort angekommen wurden sie vom Organisator Gerhard Behre und seiner Partnerin Conny herzlich begrüsst und mit dem für die Rally notwendigen Equipment ausgerüstet. Der offiziellen Begrüssung mit Sekt und der Ankündigung, dass am Freitag eine Fahrt zur berühmt-berüchtigten Nürburgring Nordschleife ("Die grüne Hölle") erfolgen werde, genossen die Teilnehmer den Grillabend, der allerdings infolge feuchter Witterung indoors stattfand. Die Stimmung unter den Anwesenden war von Beginn weg ausgelassen und vertraut, viele kennen sich ja nun schon etliche Jahre!

Der Freitag begrüsste uns mit grau-nassem Wetter und so fuhren wir scheibenwischend Richtung Nordschleife. Kurz nach 10.00 Uhr starteten wir im Regen zu einer ersten Runde im Konvoi und alle, die diese Strecke das erste Mal befuhren, waren ob der Topographie und Streckenführung tief beeindruckt. Einen Vorteil hatte das schlechte Wetter: der Verkehr hielt sich in Grenzen, dennoch musste man die Spiegel gut im Auge behalten, dann und wann rauschte das Renntaxi (ein BMW M5 von kundiger Hand artgerecht bewegt) an einem vorbei oder ein paar Hobbyrennfahrer suchten den Grenzbereich, den wohl einige ab und zu auch überschreiten, wie die vielen Farbspuren entlang der Pistenbegrenzungen zeigen. Nach dieser ersten Runde konnte, wer wollte, noch eine zweite in freier Fahrt anhängen, der Autor liess sich das nicht entgehen und konnte so seine erste Rundenzeit deutlich verbessern... Zum "ewigen" Streckenrekord von Stefan Bellof aus dem Jahre 1983 mit 6.11 Minuten (!) blieb aber auch so noch genügend Respektabstand.
Nach diesem für Alle unfallfrei verlaufenen Abstecher auf die Rennstrecke ging es zum Boxenstopp sprich Mittagessen nach Meerfeld ins Restaurant "Maarblick" (kein Druckfehler, was ein Maar ist, erfuhren wir am Nachmittag). Anschliessend führte uns die Fahrt nach Manderscheid zum Maarmuseum, wo wir eine kundige Einführung in die Geheimnisse der Entstehung der Vulkaneifel genossen. Wir erfuhren, dass nicht alle Vulkane einen Kegel aufweisen, sondern viele nur bis zur Erdoberfläche gelangten und dann ohne Bildung eines Kegels ihre Lava ausspuckten. Aus diesen Vulkanen bildeten sich dann die heutigen Maare, die entweder mit Wasser gefüllt als Maarsee oder als topographische, kreisrunde Struktur erkennbar sind, am besten natürlich aus der Luft resp. dem All. Nach dem Museumsbesuch wäre eine schöne Fahrt entlang der Mosel geplant gewesen, leider kam bereits so viel Wasser vom Himmel, dass die Meisten eine Abkürzung zurück zum Hotel wählten. Schade für die schöne Gegend, aber ein guter Grund, wiederzukommen. Dem Abendessen, wiederum im Hotel, folgten einige Schlummertrunke bei angeregten Benzin- und sonstigen Gesprächen.

Am Samstag ging es Richtung Bonn zur Stadtrundfahrt im Cabrio-Bus. Glücklicherweise liess sich das Dach des Buses schliessen, es trocknete zwar ab, aber es war bitterkalt. Professionell, unterhaltend und sehr informativ geführt fuhren wir durch Bonn und stellten fest, dass Bonn nicht nur ehemalige Hauptstadt, sondern auch eine interessante, kulturell vielseitige und mit vielen schönen Ecken gesegnete Stadt ist. Weiter ging es rund 10 km zur Talstation der Drachenfelsbahn in Königswinter. Der 503er des Autors brauchte vor der Abfahrt allerdings besondere Zuwendung, hatte er doch spontan begonnen, sich seines Motorenöls zu entledigen. Mit vereinten Kräften (interdisziplinäre Zusammenarbeit eines ehemaligen BMW Vorstandmitgliedes, eines Gastroenterologen und eines Zahnarztes...) gelang es, das Ölfiltergehäuse wieder abzudichten (vorerst ...). Die Drachenfelsbahn führte uns, wie könnte es anders sein, auf den Drachenfelsen hoch oberhalb des Rheins. Im neu gebauten Restaurantkubus assen wir zu Mittag und genossen die Aussicht, soweit sie bei diesigem Wetter zu erkennen war.
Für den Nachmittag war ein Besuch im "Garten der Schmetterlinge" in Bendorf-Sayn vorgesehen. Gerhard Behre führte einen Konvoi von 11 BMW 503 an, als die Strasse plötzlich durch einen frisch umgestürzten Baum blockiert war. Netterweise war der Baum vor der Gruppe umgefallen, nicht auszudenken, was einige Minuten später hätte passieren können. Diesem ersten Baum folgte, nach erfolgter Räumung durch die Feuerwehr, noch ein zweiter. Wahrlich eine Fahrt mit Hindernissen. Dem Autor erging es nicht unbedingt besser: etwas desorientiert folgte er dem Wagen von Gabi und Franz Schöfmann (solche Profis können ja nicht irren), die aber irgendwann auch beschlossen, nach Navi zu fahren. So ging es auf die Autobahn, wo plötzlich der Geruch von verbranntem Öl in die Nase stach und ein Blick in den Innenspiegel zeigt, dass der Wagen eine Schleppe von blauem Rauch nach sich zog! Glücklicherweise war gleich eine Autobahnausfahrt zur Hand und nach wenigen Metern liess sich der Wagen zur Seite fahren. Motorhaube auf und Motor nochmals kurz gestartet: im Strahl lief das Öl aus dem Ölfiltergehäuse, diesmal aber irgendwo an der Unterseite! An eine Weiterfahrt war jedenfalls nicht zu denken und so blieb nichts Anderes übrig, als den Wagen aufladen zu lassen. (Auf diese Art und Weise ist er dann wohlbehalten auch wieder in die Schweiz zurückgekehrt.) Per Taxi ging es anschliessend zurück ins Hotel, wo wir feststellten, dass viele Teams auch gerade erst eingetroffen waren (querliegende Bäume machen die Fahrt nun mal nicht schneller). Das Abendessen konnte aber dennoch pünktlich starten, grosszügigen Zeitreserven sei Dank. Bei gutem Essen, ebensolchen Weinen aus der Region und freundschaftlichen Gesprächen verging die Zeit wie im Flug. Franz Schöfmann waltete seines Amtes und bedankte sich Namen aller Teilnehmer bei den Organisatoren Conny und Gerhard Behre, die ein spannendes Treffen auf die Beine gestellt hatten (das wahrlich besseres Wetter verdient gehabt hätte). Franz konnte auch den Austragungsort des Treffens 2014 bekanntgeben: es wird in der Schweiz stattfinden, genaugenommen im Grossraum Zürich. Ausgerichtet wird es vom Autor und seinem Bruder Till Gontersweiler, unterstützt von den "Wahlschweizern" Max Schöfmann (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!) und seiner Partnerin Verena.
An Conny und Gerhard geht der herzliche Dank des Autors für die spannenden Tage in der Eifel, man fühlte sich wirklich "zu Gast bei Freunden".
Übrigens: es gibt sie, die Sonne in der Eifel: am Sonntagmorgen schien sie von blauem Himmel!

Beat Gontersweiler, Zürich