28. Internationales BMW 503-Treffen

8.–11. Juni 2017 in Langenburg / Hohenlohe





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Langenburg und BMW 503: das gehört doch irgendwie zusammen? Wer so denkt, ist entweder langjähriger Besitzer eines 503 oder bestens vertraut mit der Historie der 503 Treffen (oder beides). Tatsächlich fand das allererste BMW 503 Treffen 1989 in Langenburg statt, dies damals auf Anregung von Graf Goertz. Zurück zu den Wurzeln, könnte man also sagen. Claudia und Gerhard Linke (er war übrigens einer der Teilnehmer 1989) luden dieses Jahr die 503 Freunde ins Hohenloher Land ein, genauer gesagt ins Mawell Resort (ein tolles Hotel, das alleine schon eine Reise wert ist).

Ankunft am Donnerstag, 8. Juni

Freitagmorgen: eine kurze Fahrt durch die abwechslungsreiche Hohenloher Landschaft nach Blaufelden stand an, Ziel war das Dampfmodell-Museum des Herrn Kaufmann. Dieser, ursprünglich gelernter Maurer, hat in den vergangenen 50 Jahren in unzähligen Stunden seiner Freizeit Modelllokomotiven (Massstab 1:11) nachgebaut und zwar so, das alles, aber auch wirklich alles wie beim Original funktioniert. Unglaublich und faszinierend! Der stolze Erbauer präsentierte und erklärte uns seine Modelle und es zeigte sich, dass einige 503 Fahrer auch eisenbahntechnisch bestens informiert sind. Man konnte sich kaum lösen von diesen Preziosen aber unser Bahnhofsvorstand Gerhard winkte zur Abfahrt in Richtung Schloss Langenburg, wo wir dem dort ansässigen Automuseum einen Besuch abstatteten. Ein breites Spektrum an Exponaten, das vom Zündapp Janus bis zum Porsche 918 reicht, bot für jeden etwas und gab Stoff für Benzingespräche. Ein Stehimbiss in der Turm Bar mit schönem Blick, danach brachte uns ein Bus nach Schwäbisch Hall, welches wir auf eigene Faust erkunden konnten. Eine gut erhaltene Altstadt, die sehenswerte Kunsthalle Würth, die Johanniterkirche (mit den „Alten Meistern“ aus der Sammlung Würth) und eine kleine (oder auch grosse) Stärkung in einem Café, für jeden war etwas dabei. Das Abendessen fand daselbst im ehemaligen Sudhaus statt, das ebenfalls von Herrn Würth zu einem Restaurant mit Dachterrasse umgebaut worden ist. Perfektes Timing beim Wetter: während es nachmittags etwas regnete, zeigte sich pünktlich zum Aperitif wieder die Sonne, was uns ermöglichte, die Terrasse mit schönem Blick über die Stadt zu benutzen. Zum Abendessen besuchten uns Christine und Manfred Saitner, die das Treffen 2016 in Weissenburg ausgerichtet haben (und dieses Jahr aus terminlichen Gründen nicht länger dabei sein konnten). Ein kurzes aber schönes Wiedersehen. Gegen 22.00 Uhr fuhr der Bus in Richtung Hotel ab und brachte die etwas müde aber zufriedene Schar über Berg und Tal sicher ins Mawell Resort zurück.

Freitag, 9. Juni

Bereits um 8.15 Uhr ging es am Freitag los zur Hohenzollern-Festung „Wülzburg“ (kein Tippfehler), wo die Autos in den Innenhof gefahren werden durften. In dieser grössten Renaissance Festung Deutschlands wurden wir von einem Führer in ihre Geschichte und den Bau eingeweiht und staunten ob dem 145 Meter tiefen Brunnen, der dort gebaut wurde. Wasser kam an diesem Vormittag allerdings in mehr als genügender Menge vom Himmel, auch ohne Brunnen. Weiter ging es in die Stadt Weissenburg, wo wir die 503er auf dem Marktplatz aufstellen durften. Der Oberbürgermeister empfing uns im gotischen Rathaus und erzählte Allerlei zu seiner Stadt. Nach einem Aperitif ging es auf Stadtführung und anschliessend zum Mittagessen ins Traditionslokal „Zur Kanne“, welches unmittelbar neben der Praxis von Dr. Manfred Saitner liegt (so wäre eine allfällig notwendige Intervention infolge Unverträglichkeit Fränkischen Essens gewährleistet gewesen). Nach dem Essen (danke Manfred!) unterhielt uns der Herr Doktor mit einigen Anekdoten aus 35 Jahren Praxis, in denen er so einiges erlebt und gesehen hat.

Samstag 10. Juni

Samstagvormittag: Die Regentropfen perlten noch auf dem Lack, als Gerhard zum Fahrerbriefing rief und uns einige Schlüsselstellen der Ausfahrt näher brachte, insbesondere einen „Rechtsknick“, der einem „mit 80 km/h dahinschlendernden (!) 503 übel-quietschend bekommen könnte“ (Originalton Gerhard Linke). Die Fahrt ging von Langenburg aus über das Jagst- und Kochertal nach Kupferzell und auf die Hohenloher Ebene und schliesslich zum Motor- und Glasmuseum in Öhringen. In diesem privaten Museum steht die Sammlung des 2016 verstorbenen Paul Heyd, die Motorräder, Autos, Emailschilder, Designartikel sowie Glaskunst umfasst. Für die Damen und die Herren war also etwas dabei, und mache Kindheitsträume wurden in den Vitrinen mit Produkten der Firma „Braun“ entdeckt. Bei strahlendem Sonnenschein und geöffneten Verdecken ging es weiter über Berg und Tal (mit bis zu 20% Steigung resp. Gefälle), mitten durch die Liegewiese des Neumühlsees (leider waren nur Fischer auszumachen, die erhofften Badenixen glänzten noch durch Abwesenheit!) zum Mittagessen. Kaffee und Kuchen wurden uns für später in Aussicht gestellt, denn beides durften wir im „Ingelfinger Fass“ des Unternehmers Fritz Müller geniessen. Ein Rebhaus wie ein gigantisches Fass inmitten der Weinberge, mit Blick über das Kochertal, einmalig! Herr Müller (Firma gemü) liess es sich nicht nehmen, uns persönlich willkommen zu heissen und einige Anekdoten zum Bau des Gebäudes zum Besten zu geben. Auch er übrigens ein 503 Besitzer. Danach fuhr man weiter durch die Weinberge, vorbei am Kloster Schöntal (mit Besuch der Klosterkirche) und durch das Jagsttal zurück nach Langenburg. Dort angekommen, blieb noch genügend Zeit, die schöne Wellnesszone und den Pool zu frequentieren, bevor wir wiederum bei bestem Wetter Aperitif und Abendessen auf der sonnigen Terrasse geniessen konnten. Als Überraschungsgast besuchte uns das langjährige Freundeskreismitglied (und Ausrichter des Treffens 2003 in Bochum) Jens Stratmannn mit seiner charmanten Tochter Paula. Gut gegessen und getrunken, viel geredet und noch mehr gelacht! Ein perfekter Abend als Ausklang zu einem perfekten Treffen.

Claudia und Gerhard Linke haben uns eine wunderschöne Gegend gezeigt, die landschaftlich und kulturell viel bietet und so ganz nebenbei Sitz vieler sehr erfolgreicher Unternehmen ist (wie Würth, gemü und andere). Manche davon kennt man, andere sind nur Insidern ein Begriff: „hidden champions“ hat Gerhard diese genannt. Eine spannende Region, die eine Reise wert ist.

Claudia und Gerhard ist es gelungen, ein stressfreies, aber dennoch abwechslungsreiches Treffen auf die Beine resp. die Räder zu stellen. Die Organisation war reibungslos, das Hotel und die Teilnehmer waren toll und auch Petrus war uns gut gesinnt.


Vielen herzlichen Dank, liebe Claudia und Gerhard!

Aber wie heisst es so schön: nach dem Treffen ist vor dem Treffen. Und so durfte Franz Schöfmann verkünden, dass im Jahre 2018 das Treffen durch Edeltraud und Wolfgang Schneider in der Gegend von Regensburg ausgerichtet werden wird. Ihnen Beiden besten Dank im Voraus, wir alle freuen uns und werden das Datum in der Agenda weiss-blau anstreichen, sobald wir es kennen!

Beat Gontersweiler